„Sportmilliarde“ bleibt Symbolpolitik – LSBH und HFV fordern echte Investitionen
Der Landessportbund Hessen (LSBH) und der Hessische Fußball-Verband (HFV) kritisieren die von der Bundesregierung angekündigte „Sportmilliarde“ als politisches Signal ohne reale Wirkung.
Tatsächlich habe der Haushaltsausschuss des Bundestages am 4. September 2025 lediglich 333 Millionen Euro bis 2028 in Aussicht gestellt – also rund 100 Millionen Euro pro Jahr bundesweit. „Von einer Milliarde kann keine Rede sein“, betonen LSBH-Präsidentin Juliane Kuhlmann und HFV-Präsidentin Silke Sinning.
Für Hessen bedeute das lediglich Mittel für „zwei bis drei Sanierungsprojekte oder ein Schwimmbad pro Jahr“. Der tatsächliche Sanierungsbedarf liegt im Milliardenbereich.
Nach Angaben der Verbände orientiere sich das Programm an alten Förderstrukturen mit hohen Mindestvolumina und geringen Förderquoten. Zudem seien Vereine nicht direkt antragsberechtigt, was insbesondere für den Breitensport kaum Nutzen bringe. „Diese Summen und bürokratischen Hürden sind für viele Vereine realitätsfern“, so Kuhlmann und Sinning.
Beide Verbände richten daher einen Appell an Politik und Verwaltung:
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An den Bund: Förderquoten erhöhen, Bürokratie abbauen und Vereine direkt antragsberechtigen.
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An das Land Hessen: 10 Prozent des hessischen Länderanteils aus dem 100-Milliarden-Sondervermögen sollen verbindlich für kommunale und vereinseigene Sportstätten bereitgestellt und in bestehende Förderlinien des Sportministeriums integriert werden.
„Das Bundesprogramm ist ein Signal, aber kein Durchbruch“, fassen Kuhlmann und Sinning zusammen. „Wenn wir Kinder, Jugendliche und Ehrenamtliche stärken wollen, brauchen wir eine verlässliche Finanzierung und Planungssicherheit für den Breitensport.“