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Großer Stern für Inklusion

 

 

 

 

TV Volkmarsen gewinnt mit der Aktion „Sportabzeichen für alle“

Als Martina Hohmann-Michels den „Großen Stern des Sports“ in Bronze in den Händen hielt, reckte sie ihn in die Höhe und rief ein langgezogenes „Yeah“. Dann umarmte die Übungsleiterin des TV Volkmarsen zwei der Sportler mit Behinderung, die mitgefahren waren zur Preisverleihung am Dienstagabend in Korbach – Teilhabe eben auch zu dem Anlass, bei dem das Engagement für Inklusion im Sport mit einem besonderen Preis gewürdigt wurde.

„Sportabzeichen für alle – Förderung der Inklusion im TV Volkmarsen“ hieß das Projekt, mit dem sich Verein im regionalen „Sterne“-Wettbewerb der Waldecker Bank beworben hatte – und das ihn erstmals ganz nach oben brachte. 1500 Euro gingen als Prämie an den Sieger.

Die Jury beeindruckte, dass der TV sich im Vorjahr erstmals am inklusiven Sportabzeichenprojekt im Landkreis führend beteiligt und seine Anstrengungen, Menschen mit Behinderung für den Sport zu gewinnen, in diesem Jahr noch einmal ausgeweitet hatte (siehe auch: Die Preisträger). Der Erfolg ließ sich auch in einem anrührenden Video aus dem Trainingsalltag besichtigen.

„Inklusion bedeutet für uns, dass wir gemeinsam Sport treiben, gemeinsam Spaß haben und gemeinsam feiern“, sagte Martina Hohmann-Michels, die das Projekt federführend betreut. Über den Preis und das Geld freute sich die Volkmarser Abordnung sichtlich. „Das Schönste ist die Anerkennung“, betonte jedoch Hohmann-Michels. Sie motiviere einen, mit dem Engagement weiterzumachen.

Die Bank hatte den „Oskar des Breitensports“ (Bankvorstand Udo Martin) in ihrem Geschäftsgebiet zum zehnten Mal ausgeschrieben, der Deutsche Olympische Sportbund und die Volks- und Raiffeisenbanken loben ihn Jahr für Jahr aus. Zur Übergabe von Auszeichnungen und Prämien trafen sich Preisträger und andere Teilnehmer im Korbacher Bürgerhaus.

Mit Platz zwei und 1000 Euro bedachte die Jury die Initiative „Baseball für die ganze Familie“ der im TSV Korbach neubelebten Colliders. Sie erhielten ebenso einen kleinen Stern des Sports in Bronze wie der drittplatzierte TSV Waldeck. Die Eintracht kam mit einem Trainingsprogramm für den Alltag „Älter werden in Balance“ zum Zuge und erhielt 750 Euro.

Einen Sonderpreis in Höhe von 500 Euro erhielt die DLRG-Ortsgruppe Diemelstadt. Sie ist erfolgreich darin, „mit Spiel und Spaß“ neue Lebensretter auszubilden. Insgesamt hatten die Vereine von VfL Adorf bis TuSpo Wellen 33 Projekte eingereicht. Damit habe die Bank wie schon in den Vorjahren abermals unter den Top Fünf in Hessen rangiert, berichtete Udo Martin stolz.

Mit den „Sternen des Sports“ würdigten die Initiatoren das soziale Engagement von Vereinen, nicht Höchstleistungen, betonte Bankvorstand Udo Martin bei der Preisverleihung in Korbach. Zudem solle ein Anreiz für mehr Einsatz zugunsten des Breitensports gegeben werden, der „leider oftmals nicht so im öffentlichen Fokus steht“. Martin an die Adresse der zahlreichen Übungsleiter und Vereinsvorstände: „Sie leisten einen unschätzbaren Wert für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Die Bank als regional verankertes Institut fördere diese Form des bürgerschaftlichen Engagements sehr gerne und wolle mit den „Sternen“ dazu beitragen, dass die ehrenamtliche Arbeit in der Öffentlichkeit stärker anerkannt werde.

Ein Abbild der Vielfalt

Der Sportkreisvorsitzende Uwe Steuber befand als Mitglied der Jury, die teilnehmenden Vereinen hätten mit ihren eingereichten Projekten „die Vielfalt des Sports in Waldeck“ aufgezeigt. „Man sieht daran, wie viele Facetten möglich sind und dass immer wieder neue Trends aufgegriffen werden.“ Beispielhaft verwies der Sportkreischef auf die Vereinskooperation in Diemelsee und das im Entstehen begriffene Sportzentrum des TSV Korbach. Es will den Verein als nicht-kommerziellen Anbieter ganztägiger, individueller Angebote für Fitness und Gesundheit etablieren.

Uwe Steuber und Udo Martin hatten dem TV Volkmarsen viel Erfolg auch beim Wettbewerb um den Stern des Sports in Silber gewünscht. Doch auf Landesebene konnte sich der Verein nicht platzieren, wie Carsten Stumpe, Marketingleiter der Waldecker Bank, auf Anfrage mitteilte. Die Preisverleihung im Bürgerhaus lockerten flotte Tänze einer Gruppe von fünf Teenagerinnen des TSV Berndorf auf. (mn)

Die Preisträger

TV Volkmarsen

Prävention im Gesundheitssport und Sportabzeichen spielen lange schon eine große Rolle im TV Volkmarsen. Seit dem Vorjahr verbinden Übungsleiterin Martina Hohmann-Michels und ihre Mitstreiter diese Themen mit Inklusion. 13 Bewohner aus dem Häusern Emilie (Heilpädagogisches Wohnen) und Am Scheid (Autisten) trainierten regelmäßig für das Sportabzeichen, drei Prüfer erwarben eine Zusatzqualifikation. Am Ende standen die Teilnahme am ersten inklusiven Sportabzeichentag und eine gemeinsame Verleihungsfeier. 2018 gewann der Inklusions-Gedanke an Fahrt, so kam inklusives Walken hinzu.

Colliders TSV Korbach

Baseball scheint ja vor allem die Jungen anzusprechen. Muss nicht sein, sagten sich die Colliders, eine neue Abteilung des TSV Korbach. Sie bieten den US-Sport für die ganze Familie an. Eltern könnten mit ihren Kindern gemeinsam trainieren, so Spartenleiter Stefan Müller. Fun-Turniere für alle ergänzen das Training.

TSV Waldeck

Der Verein ist mit einem Alltags-Trainings-Programm für Ältere ab 60 Jahre erfolgreich. Ziel: Den Alltag mit Treppensteigen oder Heben als Trainingsumfeld zu begreifen und mehr Bewegung ins tägliche Leben zu integrieren. Basis bildete ein zwölfwöchiger Kurs unter Übungsleiterin Britta Keller. (mn)

Strahlende Sieger: Britta Keller (TSV Waldeck), Stefan Müller (Colliders TSV Korbach) und Martina Hohmann-Michels vom TV Volkmarsen halten die „Sterne des Sports“, links daneben Waldecker-Bank-Vorstand Udo Martin. Hinten Eintracht-Waldeck-Geschäftsführer Michael Keller, dann Carsten Gutschank und Petra Hoppe von der DLRG Diemelstadt. Daneben Willi Steinbrecher, Carsten Ehmer, Berthold Michels, Pia Wilschewski, Marius Worm, Horst Tillack und Sabine Rock von der inklusiven Sportabzeichen-Gruppe des TV Volkmarsen. Foto: Gerhard Menkel

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Gerhard Menkel

Unser Menki arbeitet hauptberuflich seit 1987 als Sportredakteur bei der WLZ, ist einer unserer Dienstältesten Vorstandsmitglieder (schon seit "Mao") und unterstützt den Sportkreis als Pressewart.

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