Extremismusprävention

Extremismusprävention

30. Januar 2026 Allgemein 0

Wir haben die nachfolgenden Inhalte und Texte der Seite der Sportjugend kopiert (https://www.sportjugend-hessen.de/themen/demokratiestaerkung) da wir genau diese Meinung teilen und es nicht besser hätten schreiben können und möchten unsere Vereine auffordern sich mit den eigenen Werten zu beschäftigen und diese in der eigenen Vereinssatzung festzuschreiben. Macht Eure Trainer und Übungsleiter aufmerksam, sprecht Eure Jugend an. Diese Information soll eine Hilfestellung sein.
Am 22.01.26 fand in Korbach eine erste Informationsveranstaltung zur Extremismus Prävention statt. Angelika Ribler, Referatsleiterin Jugend- und Sportpolitik. Otto-Fleck-Schneise 4 60528 Frankfurt am Main war zugeschaltet. Sie berät und unterstützt sehr gerne. Bei Fragen bitte gerne bei uns melden!

Haltung zeigen & Werte des Sports
Die politischen Turbulenzen in Deutschland und auf internationaler Ebene haben gezeigt, wie wichtig es ist, dass alle gesellschaftlichen Organisationen zusammenhalten und Haltung zeigen. Als Teil der Zivilgesellschaft spielt der organisierte Sport hierbei eine wesentliche Rolle. Sportvereine sind Orte der Begegnung, des Miteinanders und der Alltags-Demokratie. Neben den formalen demokratischen Strukturen, wie z.B. der Jahreshauptversammlung, kommen nahezu täglich Vereinsverantwortliche sowie Mitglieder zusammen, besprechen und „verhandeln“ anstehende Situationen und treffen Entscheidungen. Hierbei bilden Haltungen und Werte die Basis für das demokratische Miteinander.
Meinungsverschiedenheit vs. Diskriminierung
Sportvereine sind zudem Orte des Austauschs von Meinungen. Das ganze Weltgeschehen kann im Vereinsheim, auf dem Hin- oder Rückweg zum bzw. vom Sport oder in der Umkleidekabine „verhandelt“ werden. Hier kommen unterschiedlichste Menschen und ggf. auch sehr voneinander abweichende persönliche Deutungen von einem gesellschaftlichen Weltbild zusammen. In den Gesprächen kann es zu diskriminierenden Situationen bzw. im weiteren Sinne zu Konflikten kommen, wenn die Werte des Sports missachtet werden. Diese (möglichen) Konflikte gilt es so zu moderieren, dass sich alle Menschen in ihrem Verein wohl und wertgeschätzt fühlen.
Gleichberechtigung und Teilhabe
Ein Mensch fühlt sich in der Regel wohl, wenn er gehört und ernst genommen wird und er an etwas gleichberechtigt mit anderen teilhaben kann. Er fühlt sich nicht wohl, wenn er diskriminiert, abgewertet oder ausgeschlossen wird. Im Wort „abgewertet“ steckt das Wort „Wert“ und damit der Umgang mit den „Werten des Sports“, wie zum Beispiel Fairness und Respekt.
Grundlagen für unsere gemeinsamen Werte des Sports bilden unser Grundgesetz sowie die Kinder- und Menschenrechte:
Grundgesetz Art.1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft […]

Art. 3
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
Im Grundgesetz wird Bezug genommen auf die Menschenwürde und die unveräußerlichen Menschenrechte. Die Werte des Sports basieren auf diesen Grundlagen, sind keine „Meinungen“ und damit auch nicht verhandelbar. Aber da Menschen z.B. unter „Respekt und Fairness“ unterschiedliche Dinge verstehen, ist es sinnvoll Werte in einem Sportverein oder -Verband gemeinsam zu reflektieren und zu vereinbaren, damit sie handlungsleitend sind und gemeinsam Haltung gezeigt werden kann!

Menschenrechte im Sport

Menschenrechte im Sport bilden den Bezugsrahmen für die Werte des Sports wie z.B. Respekt, Gleichberechtigung und Fairness. Sie stellen sicher, dass jeder Mensch, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sexueller Identität oder Religion die gleichen Chancen im Sport hat. Sportler*innen haben das Recht, ihren Sport ohne Angst vor Verfolgung oder Benachteiligung auszuüben. Menschenrechte stellen zudem sicher, dass der Zugang zu Sportmöglichkeiten für alle Menschen zugänglich ist – unabhängig von ihrem sozialen oder wirtschaftlichen Status. Werden Sportler*innen zum Beispiel aufgrund ihrer Herkunft, ihres Aussehens oder ihres Körpergewichts diskriminiert oder wird ihnen der Zugang zu Sporträumen versagt, bieten die Menschenrechte einen Bezugsrahmen für mögliche Maßnahmen bzw. Sanktionen.
Neben der Sportjugend Hessen und dem Landessportbund Hessen setzen sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bzw. das Internationale Olympische Komitee (IOC) dafür ein, dass Menschenrechte im Sport respektiert und eingehalten werden. Verletzungen von Menschenrechten im Sport, wie Zwangsarbeit oder Ausbeutung, werden weltweit zunehmend bekämpft. Insgesamt funktioniert eine liberale Demokratie nur, wenn die Einhaltung von Menschenrechten – auch im Sport – sichergestellt wird.
Verschiedene Sportorganisationen wie der DOSB oder der Deutsche Fußball-Bund (DFB) haben nach Durchführung von Risikoanalysen jeweils eine Menschenrechts-Policy erarbeitet, in denen Beschwerdemechanismen sowie die konkreten Handlungsfelder, wie z.B. Interpersonale Gewalt, näher beschrieben werden.

Die Sportjugend Hessen arbeitet grundsätzlich unter Einhaltung der Kinder- und Menschenrechte und hat dies auch in ihrer Jugendordnung festgeschrieben (Auszug aus der Satzung der für die eigene Satzung mit Änderung übernommen werden könnte):

§ 3 Zweck und Grundsätze
(…)
(2) Die Sportjugend Hessen ist parteipolitisch neutral. Sie bekennt sich zu den Grundsätzen der Kinder- und Menschenrechte, zu der Freiheit des Gewissens und der Freiheit im Rahmen einer demokratischen Gemeinschaft. Die Sportjugend Hessen wendet sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sowie gegen antidemokratische, nationalistische und antisemitische Tendenzen. Sie wirkt allen auftretenden Diskriminierungen und Benachteiligungen von Menschen, insbesondere wegen ihrer Nationalität, ethnischen Zugehörigkeit, sexuellen Identität, Religion, Geschlecht, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder Behinderung entgegen. Die Sportjugend Hessen verurteilt jegliche Belästigung und Gewalt, unabhängig davon, ob sie sexualisierter, körperlicher oder psychischer Art ist. In den verschiedenen Projekten der Sportjugend Hessen zur Demokratiestärkung werden die Kinder- und Menschenrechte in Bildungs- und Beratungsangeboten explizit thematisiert.

Hier der Presseartikel zum Veranstaltung der WLZ!

Hier eine Hilfestellung mit Links der Fachstelle „Netzwerk für Toleranz“!