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Yoga hilft auch beim Elfmeter

Ob Atmung, Beweglichkeit oder Konzentration: Die Yoga-Lehrerin Simone Becker weiß noch einige Dinge mehr, die einen Ballsportler noch besser machen können.

Lehrgang: Simone Becker möchte Trainern von Ballsportarten indische Bewegungslehre näherbringen

Yoga und Fußball.
Für vermutlich gar nicht mal so wenige Kicker klingt diese Verbindung wie ein unvereinbarer Gegensatz. Das ist doch was für Frauen, aber nicht für Männer. Den Sonnengruß vor dem Schusstraining, nein dan- ke, dass verweichlicht die Spieler nur. Wer so engstirnig denkt, der ist jenem Fuß-, Hand- oder Volleyballer unterlegen, der Yoga in sein Trainingspro- gramm miteinbaut. Davon ist zumindest Simone Becker überzeugt. Die Physiotherapeutin und ausgebildete Yoga-Lehrerin aus Frankenau möchte viel mehr Mannschaftssportlern diese indische Bewegungslehre näherbringen, die versucht, Körper, Geist Seele ins Gleichgewicht zu bringen, die hilft zu entspannen und neue Kraft zu tanken. Das klingt schon wieder so abge- hoben, so esoterisch.

Yoga keine Esoterik
„Yoga hat nichts mit Esoterik zu tun“, betont Becker. Yoga sei wunderbar für Menschen, die beweglich im Kopf und Körper sein möchten, aber auch für jene, die sich wieder mehr Beweglichkeit erarbeiten möchten. Deshalb hofft die 39-Jährige, dass sich viele Trainer von Mann- schaftssportarten beim Aktionstag „Fit in die Zukunft“ anmelden werden, der jährlich vom Sportkreis angeboten wird. Becker betritt mit diesem Seminarangebot für Übungsleiter von Teamsportlern auch Neuland. Sie hat nur rund sechs Stunden Zeit, den Trainern etwas mitzugeben, dass sie Yoga sinnvoll in ihre Trainingspläne miteinarbeiten. Das ist nicht viel. Sie weiß, dass das schwierig ist. „Ich werde nur wenige, aber effektive Übungen zeigen, die Trainer bekommen auch ein Script, das sie mit ins Training nehmen können.“ Der Frankenauerin möchte vor allem auf die Ganzheitlichkeit von Yoga hinweisen, es enthält für die Muskeln Dehn- und Kraftübungen sowie Mobilisation für das Nervensystems. Und wie viel Zeit sollte ein Trainer für Yoga einplanen, damit die Übungen auch einen Effekt erzielen? „Mit 15 Minuten kann man schon eine Menge erreichen.“ Becker ist auch davon über- zeugt, dass Yoga einem Teamsportler etwas bieten kann, was er durch kaum keine andere Trainingsform erhält.

Yoga verbessere vor allem die Körperwahrnehmung, sagt die 39-Jährige und berichtet von Fußballern, die vereinzelt in ihre Kurse besuchen. „Die meisten kommen muskulär sehr verkürzt an, und wenn sie nur einmal pro Woche mitmachen, ist ihre Beweglichkeit nach einem Jahr schon deutlich verbessert.“ Sie kenne die Trainingsmethoden der Fußballer zwar nur vom Hören und Sagen, den- noch habe sie das Gefühl, dass dabei viele einseitige Dehnungsübungen verlangt werden, die auch viel zu kurz ausgeführt würden und daher oft uneffektiv seien. Kann die Frau auch zwischen Yoga und Elfmeterschießen eine Verbindung herstellen? Sie lacht zunächst darüber, sagt dann aber ernst: „Wer mit einer inneren Gelassenheit und besserer Achtsamkeit und Wahrnehmung zum Elfmeterpunkt geht, das könnte einen positiven Effekt haben.“ Sie rät den Trainern, mehr Atemübungen in den Trainingsplan mit einzubauen. „Das kostet sie vielleicht ein bis zwei Minuten und verbes- sert die Sauerstoffversorgung im Körper.“

Weniger Verletzungen
Ein weiterer Aspekt, warum Becker Yoga mehr in die Mannschaften tragen möchte, ist die aus ihrer Sicht hohe Verletzungsanfälligkeit der Teamsportler. „Immer wieder höre ich, was alles so passiert, etwa die typische Aduktorenverletzung und ich weiß dagegen so gute vorbeugende Übungen, dass ich gar nicht verstehe, warum nicht alle Spieler zum Yoga kommen.“ Und wenn sich jetzt ein Trainer immer noch schwer damit tut, sich für diesen Lehr- gang anzumelden, dem sei gesagt: Auch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat einen Yoga-Lehrer. Und von dem hat sich Simone Becker schon einiges abgeschaut.

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