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Waldecker Gauturntag in Vöhl

Der Neue setzt auf Zusammenarbeit

Hartmut Schmidtke führt den Turngau, Marianne Becker konzentriert sich auf zwei Fachbereiche

Zwölf Jahre lang stand Marianne Becker dem Turngau Waldeck vor, am Freitagabend hat sie das Amt an Hartmut Schmidtke übergeben. Verantwortung wird die 55-Jährige aber auch künftig übernehmen, wenn auch nicht mehr in vorderster Front.

Vöhl. Eines machte Hartmut Schmidtke direkt nach seiner Wahl beim Gauturntag klar: „16 Jahre werde ich das aber nicht machen.“ Er bezog sich damit auf die Amtszeit von Marianne Becker, die zwölf Jahre lang Vorsitzende des Turngaus gewesen ist, zuvor bereits fast vier Jahre den Stellvertreterposten innehatte. Nun ist er zunächst einmal für zwei Jahre gewählt – wie viele daraus werden, wird sich zeigen. Sicher kann er sein: Auf die Unterstützung seiner Vorgängerin kann der 60-jährige Wirmighäuser zählen. Sie ist nun Vorsitzende des Fachbereichs Allgemeines Turnen – der Posten war unbesetzt – und übernimmt zudem den Fachbereich Freizeit- und Gesundheitssport von Karin Bernhard, die das Amt aus beruflichen Gründen abgab. Dies seien „zentrale Bereiche“, in denen sie sich nun „austoben“ wolle, sagte Becker. Der Führungswechsel im Turngau war zwar vorab abgesprochen, wurde aber vor der Versammlung in der Vöhler Henkelhalle nicht publik gemacht. Die Ehrengäste hatten – unter anderem durch die Berichterstattung in WLZ-FZ – vernommen, dass Becker die Verantwortung auf mehr Schultern verteilt haben wollte. Gemeinsam war in den Grußworten der stellvertretenden TSV-Vöhl- Vorsitzenden Svenja Lotze, von Landrat Reinhard Kubat, Vöhls Bürgermeister Matthias Stappert und dem stellvertretenden Sportkreis-Vorsitzenden Gerhard Gottmann der Appell, Verantwortung zu übernehmen.

Sorge des Landrats zerstreut
Für ihn persönlich seien Leichtathletik und Turnen die „Königsdisziplinen“; entsprechend große Bedeutung habe der Turngau, sagte Kubat. Er sei „mit ein bisschen Sorge, wie es weitergeht“ nach Vöhl gekommen, gestand der Landrat, der zugleich Sportdezernent ist, ein. Am Vortag habe er die Gelegenheit gehabt, in Berlin mit Bundespräsident Joachim Gauck zu sprechen. Dabei sei es unter anderem um die Frage gegangen, wie es gehen könne, Frauen und Männer für ehrenamtliche Aufgaben zu gewinnen. Das Staatsoberhaupt habe das Ehrenamt als „zentrale Säule der Gesellschaft“ bezeichnet. Diese Einschätzung teile er, sagte Kubat.

Dass mit Schmidtke ein Nachfolger gefunden wurde, dürfte für Erleichterung gesorgt haben – nicht nur beim Landrat. Der frühere Vorsitzende des TSV Wirmighausen, der selbst als Kind mit dem Turnen begann und seinem Sport stets treu blieb, ist im Turngau bekannt: Seit Jahren engagiert er sich in der Fördergemeinschaft Turnen in Waldeck, deren Vorsitzender er ist. In dieser Funktion habe er mit Becker bereits „sehr gut zusammengearbeitet“, betonte er. Dies sei einer der Gründe für ihn gewesen, sich als Turngau- Vorsitzender zur Wahl zu stellen. Die gute Arbeit seiner Vorgängerin wolle er nun – gemeinsam mit ihr und den weiteren Vorstandsmitgliedern – fortsetzen. Mitgliederzahl gesunken Auch wenn verhindert werden konnte, dass vom Amtsgericht ein Notvorstand eingesetzt werden muss – diese Befürchtung äußerte Sportkreis- Vize Gottmann vor der Wahl –, war dennoch nicht alles positiv: Enttäuscht zeigte sich Becker, dass nur 26 von 72 Vereinen Delegierte geschickt hatten. Und schließlich blieben erneut Vorstandsämter unbesetzt, darunter einer der beiden Stellvertreterposten (siehe unten).

VORSTAND UND ÖFFENTLICHE ÄMTER
Mehrere Positionen bleiben unbesetzt

Neben Schmidtke, der als Nachfolger von Marianne Becker, die nun den Fachbereichen Allgemeines Turnen und Freizeit- und Gesundheitssport vorsteht, als Vorsitzender des Turngaus gewählt wurde, wurden weitere Vorstandsämter besetzt: Marc Köcher ist weiterhin stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer; die zweite Stellvertreterposition blieb unbesetzt. Iris Tschirpke wurde bereits im Vorjahr zur Kassiererin gewählt; der durch eine Satzungsänderung geschaffene Stellvertreterposten blieb unbesetzt. Edeltraud Günther, bisher Schriftführerin, ist nun Stellvertreterin von Stefanie Emde vom VfL Bad Arolsen, die neu in den Vorstand rückt. Als Beisitzer wurde Matthias Schäfer, Leiter des Fachdiensts Sport des Kreises, bestätigt. Einen Vorsitzenden der Turnjugend gibt es weiterhin nicht. Darüber hinaus wurden Personen in Ämtern der Fachbereiche bestätigt – als Fachwartinnen Gerätturnen weiblich: Anna-Lena Steden und Caroline Bangel; als Beauftragte für Kampfrichterwesen Gerätturnen: Melissa Möller und Dörte Schwalenstöcker; als Mitarbeiterin im Ausschuss Gerätturnen: Annette Waßmuth; als Beauftragte Kampfrichterwesen Leichtathletik: Sabine Knipp; Beauftragte für Ausbildung in Freizeit- und Gesundheitssport: Marion Agel- Knippschild; Fachwartin für Aerobic: Simone Jungermann; Fachwartin für Ältere: Brigitte Schiel; Beauftragte für Kinderturnen: Birgit Kleinschmidt; Wanderwart sowie Beauftragter für Kommunikation: Thorsten Westermann. (swe)

„Wir müssen uns Gedanken machen, wie man das Ehrenamt schmackhaft machen kann“, sagte Becker. Ebenfalls wenig erfreulich: Die Zahl der Mitglieder ist im vergangenen Jahr um 119 gesunken, wie Becker berichtete. Knapp 300 Kinder und Jugendliche gebe es in den Turngau- Vereinen weniger, die Zahl der Erwachsenen sei hingegen gestiegen. Das sei zum Teil mit der demographischen Entwicklung zu erklären. Zudem gelte es aber auch, verstärkt beim Nachwuchs fürs Turnen zu werben. Becker betonte, dass im bisherigen Vorstand trotz vakanter Posten gute Arbeit geleistet wurde, und dankte ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern: „Wir sind ein kleines Team gewesen, aber dafür ein sehr schlagkräftiges.“ Schmidtke äußerte die Hoffnung, dass sich daran nichts ändern werde. Weitere Unterstützung sei dennoch willkommen.
VON STEFAN WEISBROD

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