Unsere Sportportal Neuigkeiten:

Finde jetzt dein Vereinsangebot:

Schule und Verein: Sportkreis zieht positive Bilanz

„Hessenweit sind wir einer der Sportkreise mit den meisten Kooperationen“, stellte Sportkreischef Uwe Steuber beim Informationsabend am Dienstag in der Servicestelle in Korbach fest. Vor gut einem Jahr hatte er den Startschuss für die Offensive mit dem Ziel gegeben, mehr Schulen und Vereine zusammenzubringen. Das Ergebnis: Aktuell werden 23 Projekte – von Badminton bis Twirling – bezuschusst. „Das ist eine Größenordnung, die selbst im Frankfurter Raum sehr selten ist“, sagte der Sportkreis- Referent für Schule und Verein, Theo Schätte. Mehr als die Hälfte der Projekte bezahlt der Sportkreis. „Insgesamt ist die Bilanz gut“, betonte Schätte – in diesen Tenor stimmten fast alle Vereins und Schulvertreter ein.

Vorbehalte auf beiden Seiten
Seit das Programm 1985 erstmals vom Land aufgelegt worden ist, habe sich die Landschaft verändert, sagte Schätte, der – Lehrer und in der Sportorganisation engagiert – die Materie aus dem Effeff kennt. Die Zahl der Kooperationen wuchs, die Vorbehalte wurden geringer. „Es wird immer mehr toleriert, dass Kräfte von außen dazukommen“, sagte er für die Schulen. Mit Skepsis kämpfen auch Vereinsvorstände. Besonders älteren Mitgliedern müsse man den Sinn der Zusammenarbeit vermitteln, sagte Bernd Backhaus, der Vorsitzende des SV Buchenberg. Er ist von der Kooperation überzeugt: „Das ist der einzige Zugang zu den Kindern, den man bekommt.“ Der SV Buchenberg arbeitet mit der Ederseeschule Herzhausen zusammen. Diese hat ein Bewegungsangebot für 8. und 2. Klasse mit dem Schwerpunkt Ballspiele aufgelegt. Etwa 18 Kinder machten regelmäßig mit, berichtete der stellvertretende Schulleiter Reinhard Metka. Die Leitung hat ein pensionierter Bundeswehr-Offizier. Ein Glücksfall. Überdies rüstet sich der SVB dafür, das Bewegungsangebot auf die 5. und 6. Klasse auszuweiten. Zwei Frauen des Vereins haben eine Übungsleiter-Ausbildung begonnen, eine dritte diese abgeschlossen, um die Schüler nachmittags qualiZentral die Übungsleiter
Betreuung und Qualifikation sind die Größen, die in aller Regel über Erfolg und Misserfolg von Projekten entscheiden. „Wir hatten immer Schwierigkeiten, Übungsleiter zu rekrutieren“, berichtete Schätte für die Gemündener Cornelia-Funke-Schule, die seit Jahren ein Bewegungsangebot unterhält und jetzt auch mit dem Reitverein Gemünden kooperiert. Die Schule hat schon Studenten verpflichtet. Schätte riet dazu, junge Leute, die ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren, frühzeitig auszubilden. Die Bad Arolser Kaulbachschule geht einen etwas anderen Weg. Sie hat ältere Schüler für die mittägliche Bewegungsstunde gewonnen. Um formal den Anforderungen für die Förderung zu genügen, führen Sportlehrer die Aufsicht, wie Jennifer Homann, Lehrerin an der Schule und Schulsportkoordinatorin, berichtete. Wertvoll für alle Beteiligten sei die regelmäßige Reflexion der Stundenverläufe. Ein grundsätzliches Problem erkennt Homann gerade für Projekte mit (weiblich dominierten) Grundschulen im Mangel an männlichen Übungsleitern. Die Sportlehrer, früher ganz selbstverständlich auch im Verein engagiert, stünden dafür nicht zur Verfügung. „Wir brauchen aber unbedingt Angebote für Jungs“, sagte sie.

Zu viel verlangt?
Wer als Vereinsmitglied Sportangebote an der Schule über das Programm Schule und Verein finanziert bekommen will, muss die C-Lizenz besitzen und regelmäßig erneuern lassen. In der Runde am Dienstagabend war umstritten, ob diese Anforderung gerade auf dem flachen Land nicht eine zu hohe Formalhürde sein kann. Wolfgang Ochs, geschäftsführender Vorstand des VfL Bad Wildungen, plädierte dafür, die Kriterien zu überdenken. Er verwies auf Handball-Trainerinnen in seinem Verein, die teils schon seit Jahrzehnten ihren Sport betrieben, denen er aber die QualiZu viel Bürokratie?
Auch ein Thema in der Runde: Ist die Antragstellerei zu bürokratisch? „Da hängt ein Wust an Arbeit dran“, sagte Bettina Hartmann, Vorstandsmitglied im Sportkreis und Sekretärin an der Marker-Breite-Schule in Korbach. Jedenfalls beim Erstantrag. Vor diesem Aufwand könnten kleinere Schulen zurückschrecken. Hilfe sei vonnöten. Uwe Steuber griff diesen Hinweis auf. „Mit Hauptamtlichkeit im Sportkreis“, sagte er, „könnte man solche Dienstleistungen anbieten.“

The following two tabs change content below.

Gerhard Menkel

Unser Menki arbeitet hauptberuflich seit 1987 als Sportredakteur bei der WLZ, ist einer unserer Dienstältesten Vorstandsmitglieder (schon seit "Mao") und unterstützt den Sportkreis als Pressewart.

Neueste Artikel von Gerhard Menkel (alle ansehen)

Kommentar hinterlassen