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Frankenberger mehr einbinden – Sportkreis-Vorsitzender Uwe Steuber im HNA-Interview

Folgendes Interview wurde im Original am 31.21.2013 in der HNA veröffentlicht. Wir danken der HNA für die Abdruckrechte!

Am Zusammenwachsen der beiden früheren Sportkreisvorstände muss noch gearbeitet werden, das sagt Uwe Steuber. Der Lichtenfelser Bürgermeister steht seit rund 13 Monaten als Vorsitzender auch an der Spitze des neuen Sportkreises WaldeckFrankenberg. „Da nehme ich mich selbst in die Pflicht“, sagt der 51-Jährige im HNA-Interview.

Den Großsportkreis gibt es seit November 2012. Sind Sie mit dem Zusammenwachsen der Altkreise zufrieden?
UWE STEUBER: Mit dem Zusammenwachsen der Sportvereine bin ich sehr zufrieden. Wo wir noch dran arbeiten müssen, das ist am Zusammenwachsen der beiden Sportkreisvorstände. Da muss ich die Frankenberger Kollegen einfach mehr einbinden. Und die müssen dann konkrete Projekte übernehmen. Da ist zum Beispiel der Wegweiser Gesundheit, den gab es mal 2009, der ist veraltet und muss erneuert werden. Da wollen wir Christel Schielke bitten, dass sie das macht.

Was ist bislang gut gelaufen? Und was hätte besser laufen können?
STEUBER: Gut gelaufen sind unsere Informationsveranstaltungen. Da haben wir fast schon zu viele angeboten. Da müssen wir reduzieren. Rückblickend hätte man sicher die ein oder andere Vorstandssitzung mehr machen können. Aber im engeren Sportkreisteam herrscht die Ansicht: Wir wollen was machen, aber nicht so viele Sitzungen. Da könnte vielleicht berechtigte Kritik von dem ein oder anderen Frankenberger kommen.

Wo gibt es noch Vorbehalte gegen den Zusammenschluss?
STEUBER: Die meisten Vorbehalte hat es im Bereich Frankenberg bei den Schützen gegeben. Das habe ich gehört, habe ich aber selber nie erlebt. Denn gerade die Schützen haben mich zuletzt sehr oft eingeladen. Da bekommt man einen engen Bezug. Und ich glaube, sie haben verstanden, was für eine Chance jetzt da ist. Sportkreis und Sportamt sind traditionell in Waldeck schon immer eins gewesen. Das können die Frankenberger jetzt ebenso nutzen.

Welche Vorteile hat denn die enge Verzahnung von Sportamt und Sportkreis?
STEUBER: Das ist von unschätzbarem Wert, weil dadurch auch die direkte Vereinsberatung möglich ist. Weil wir nicht so viel Miete zahlen müssen für die ServiceGeschäftsstelle, haben wir auch die finanziellen Mittel, um für die Vereine mehr machen zu können .

Muss man nicht sagen: Das Interesse an einem Großkreis existiert in Frankenberg nach wie vor überhaupt nicht. Und bei vielen Vereinen in Waldeck auch nicht?
STEUBER: Da haben wir die Vereine eines Besseren belehrt. Indem wir ihnen konkrete Angebote, zum Beispiel über Versicherungsfragen, in Frankenberg gemacht haben. Oder: Sanierung der Vereinsheime, wie kann das gehen? Die Veranstaltung war in Allendorf. Dann haben wir zur GEMA informiert in VöhlHarbshausen. Also die Vereine sehen, was ein aktiver Sportkreis so alles machen kann.

Wozu ist denn Ihrer Meinung nach der Sportkreis da?
STEUBER: Der ist jedenfalls nicht nur dazu da, um Bescheide zu verteilen und Grußworte zu sprechen, sondern die Vereine können sich an uns wenden mit ihren Problemen und Fragen. Das heißt, sie haben neben der örtlichen Politik noch einen anderen Ansprechpartner. Und das ist die Chance, die ich sehe.

Das Internetportal ist eines der neuen Projekte. Wie weit ist es und wie können die Vereine davon profitieren?
STEUBER: In unser Sportportal kommen alle Angebote der Vereine, alle Übungsstunden. Es wird zeitnah gepflegt und jeder Verein soll die Möglichkeit haben, auf seine Veranstaltungen hinzuweisen. Gerhard Gottmann wird sich darum kümmern, das Portal auf aktuellem Stand zu halten. Technisch betreut wird es von der Firma Lockruf aus Kassel, sie machen auch die Seite „Stark bewegt“.

Sie wollen kein Geld mehr nach dem Gießkannenprinzip verteilen, sondern gezielter fördern. Was heißt das genau?
STEUBER: Wir sind der Meinung, dass die Kreise gemeinsam mit dem Land überlegen müssen, das Geld in Zukunft gezielter einzusetzen. Ich kann nicht mehr mit der Gießkanne fördern. Ich muss gucken, welche Strukturen hat der Verein, welche Strukturen haben die Nachbarvereine. Es kann nicht mehr jeder Verein ein Top-Vereinsheim haben. Das ist schmerzlich, aber darauf müssen wir uns einfach einstellen.

Es gibt für Waldeck-Frankenberg ja den Sportentwicklungsplan. Was ist damit?
STEUBER: Dieser Plan liegt fertig in der Schublade, ist aber seit Peter Niederstraßer nicht mehr angepackt worden. Ich werde das, wenn wir unsere Projekte Schule und Verein sowie Sportportal am Laufen haben, auch aufgreifen. Da ist es auch von Vorteil, wenn ich 70 000 Sportler aus dem Großkreis vertrete.

Was wünschen Sie sich für den Sportkreis im Jahr 2014?
STEUBER: Dass wir im Vorstand noch enger mit den Frankenberger Kollegen zusammen arbeiten. Das ist ein Stückwerk Verpflichtung für mich, das jetzt einzufordern. Und ich hoffe sehr, dass die Kommunen, die Hallenbenutzungsgebühren erheben oder darüber nachdenken, das zurück drehen, wenn es ihnen finanziell besser geht. Schließlich wünsche ich mir, dass die Kreisstadt Korbach ihren Beschluss, keine Sportlerehrung mehr durchzuführen, rückgängig macht. Denn das kann ich nicht nachvollziehen.

Stehen im Jahr 2014 gravierende Änderungen für die Vereine bevor?
STEUBER: Sicherlich nicht, weil die finanzielle Förderung Sportland Hessen gesichert ist durch den Sockelhaushalt 2013/14. Im Kreishaushalt ist ebenso alles beim Alten geblieben – sprich kostenfreie Hallennutzung – immerhin sind das ja auch rund 800 000 Euro Sportförderung. Wir müssen uns gut aufstellen, denn was passiert nach 2014 mit der Sportförderung? Da müssen wir uns einbringen in Wiesbaden. (had)

Zur Person UWE STEUBER, 51 Jahre alt, aus Korbach ist Vorsitzender des Sportkreises Waldeck-Frankenberg und Bürgermeister in Lichtenfels. Der Familienvater, verheiratet, zwei erwachsene Kinder, vertritt damit 331 Vereine mit rund 70 000 Mitgliedern. Dem Sport ist er schon lange verbunden, als früherer Handballer im TSV Korbach, als langjähriger Presseberichterstatter und von 1980 bis 2001 in der Vorstandsarbeit. (had)

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