Unsere Sportportal Neuigkeiten:

Finde jetzt dein Vereinsangebot:

Steuber will den großen Wurf

Sportkreischef: Für kluge Sportentwicklung alle in ein Boot – „Geld effektiv einsetzen“

Wie viele Turnhallen es gibt in Waldeck- Frankenberg, wie viele Anlagen für den Sport überhaupt, in welchem Zustand sie sind und wie werden sie genutzt? – es sind solche Daten, die die Grundlage einer klugen Planung zur Sportentwicklung bilden. Die letzte Erhebung dieser Art, beauftragt vom Landkreis, liegt sechs Jahre zurück. Nun unternimmt Sportkreischef Uwe Steuber einen Anlauf.

Steuber will „einen Aufschlag mit allen Städten und Gemeinden“ in Waldeck-Frankenberg sowie Land- und Sportkreis, um die „Sportentwicklungsplanung 2.0“ in die Spur zu setzen. Der erste Schritt wäre eine Bestandsaufnahme der Sportstätten und – angebote sowie eine Analyse des Bedarfs. Auf dieser Datenbasis würden Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Sportangebots formuliert. Seine Bürgermeister-Kollegen ködert Steuber, Stadtoberhaupt von Lichtenfels, mit der Aussicht, dass sie einen Nutzen haben, ohne selbst zur Kasse gebeten zu werden. Das Vorhaben könne mit bis zu 100 000 Euro aus dem Topf der Landesregierung für interkommunale Zusammenarbeit gefördert werden.

Steuber verweist auf ein aktuelles Beispiel: Im Vogelsbergkreis haben Land- und Sportkreis sowie 18 der 19 Städte und Gemeinden eine Arbeitsgemeinschaft unter dem Titel „Kooperative Sportentwicklungsplanung“ ins Leben gerufen. Auch diese AG will weit mehr als eine Sportstätten- Statistik erstellen. Der vertraglich vereinbarte Aufgabenkatalog umfasst fünf Schwerpunkte. Leitgedanke: Schluss mit dem Kirchturmdenken. So will die AG eine „lokale Grenzen überschreitende Verzahnung von Sportstätten und Sportangeboten“ erreichen, auch plant sie Kooperationen von allen Sportanbietern und -nachfragern zu entwickeln, dazu zählt sie neben Vereinen und -verbänden etwa auch Schulen oder Tourismusverbände. Nicht zuletzt möchte sie an der regionalen Planung beteiligt werden, sofern diese die Sportinfrastruktur beeinflusst.

Steuber hofft darauf, viele Kommunen mit ins Boot zu holen. Ihn treibt vor allem ein Ansinnen um. „Es geht darum, eine effektive Steuerung der Fördermittel zu erreichen“, sagt er. Weg von der Gießkanne, hin zur gezielten Investition, ob in Köpfe oder Infrastruktur – diesen Ansatz der Sportförderung verfechten Steuber und Matthias Schäfer, der Leiter des Landkreis-Fachdiensts Sport, schon lange.

„Über Chancen aufklären“

Wichtige Partner sind die Vereine. Steuber verspricht sich von der Planung, dass die knappen Mittel gezielter eingesetzt werden. „Man muss die Vorstände über Chancen und Möglichkeiten aufklären“, so Steuber. Steuber pocht gegenüber dem Landessportbund Hessen (LSB) auf größere Eigenständigkeit und mehr finanzielle Gestaltungsmöglichkeiten der Sportkreise. Andernorts gehe das doch auch. Der Sportkreis Eichsfeld etwa verfüge über ein Budget von mehr als 200 000 Euro. Dagegen lägen die frei verfügbaren LSB-Mittel des heimischen Sportkreises bei nur 23 000 Euro.

The following two tabs change content below.

Kommentar hinterlassen